Die Auswahl war keine einfache Liste, die in einem einzigen Moment entstand. Ludwig bat Berater, Historiker, Gelehrte und Kulturschaffende um Namen und Begründungen. Listen wurden verglichen, Kandidaten diskutiert, und das endgültige Programm spiegelte sowohl persönliche Überzeugungen als auch die Netzwerke um den König.
Die Forschung zeigt, wie eng die Auswahl der Personen mit der praktischen Arbeit verbunden war: Bildnisvorlagen mussten gefunden, Bildhauer beauftragt und historische Persönlichkeiten in Marmor übersetzt werden.
Die Walhalla erzählt deshalb zwei Geschichten. Die eine handelt von den dargestellten Personen. Die andere handelt von der Erinnerungskultur des 19. Jahrhunderts mit ihren Idealen, Ausschlüssen, Rangordnungen und Geschmacksurteilen.