Unter der Walhalla liegt eine der ungewöhnlichsten nicht verwirklichten Ideen des Denkmals: die Halle der Erwartungen. Leo von Klenze plante diese untere Ebene für König Ludwig I. nicht als bloßen Kellerraum, sondern als eine Art Wartesaal der Größe, eingebettet in den Unterbau unter dem Haupttempel.
Der Gedanke war ungewöhnlich. In der unteren Halle sollten Büsten lebender Dichter, Wissenschaftler und Denker stehen, deren Nachruhm noch nicht abgeschlossen war. Nach dem Tod einer geehrten Person sollte ihre Büste feierlich über die monumentale Treppe in die Haupthalle getragen werden, hinauf in den symbolischen „Olymp“ der Walhalla.
Ludwig gab dieses Ritual jedoch noch während der Bauzeit auf. Die untere Halle wurde nie als öffentlicher Raum vollendet und gehört heute nicht zum Besucherweg. Geblieben ist eine bemerkenswerte Leerstelle: Unter der sichtbaren Ruhmeshalle liegt ein leerer, nicht zugänglicher Raum, der an einen der ehrgeizigsten unausgeführten Pläne der Walhalla erinnert.