Aegidius Tschudi war ein Schweizer Historiker, Politiker und Schriftsteller, der für seine einflussreichen Werke zur Schweizer Geschichte und Kultur bekannt war. Er wurde 1505 in Glarus, Schweiz, geboren und war der Sohn einer prominenten Familie in der Region.
Tschudi studierte Recht und Geisteswissenschaften an der Universität von Basel und später in Paris, wo er sich mit den führenden Humanisten dieser Zeit vertraut machte. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz diente er als Richter und Mitglied der Regierung in Glarus.
Seine bemerkenswerteste Arbeit ist das "Chronicon Helveticum", eine umfassende Geschichte der Schweiz von der Antike bis zum 16. Jahrhundert. Die Arbeiten wurden 1734, lange nach Tschudis Tod, veröffentlicht und wurde zu einer Standardreferenz für die Schweizer Geschichte.
Tschudi schrieb auch mehrere andere Werke über die Geschichte und Kultur der Schweizer, darunter "Glarner Chronik", die die Geschichte seiner Heimatstadt Glarus aufzeichnet. Er war auch ein wichtiger Sammler von Volksüberlieferung, und seine Sammlung von Schweizer Mythen und Legenden wurde 1738 posthum als "Eidgenössschen Chronik" veröffentlicht.
Zusätzlich zu seinen Beiträgen zur Schweizer Geschichte und Kultur war Tschudi auch in der Politik aktiv. Er diente als Vertreter von Glarus in der Schweizer Konföderation und war an mehreren wichtigen politischen Ereignissen seiner Zeit beteiligt.
Tschudi starb 1572, aber seine Werke sind weiterhin eine wichtige Informationsquelle für Wissenschaftler der Schweizer Geschichte und Kultur.