Johann Joachim Winckelmann war ein deutscher Kunsthistoriker und Archäologe, der als eine der wichtigsten Persönlichkeiten bei der Entwicklung der neoklassischen Kunst gilt.
Winckelmann wurde 1717 in Stendal, Preußen, geboren und war der Sohn eines Schusters. Er erhielt seine Ausbildung im Stendal-Gymnasium und studierte später Theologie und Philosophie an der Universität von Jena. Es war jedoch sein Interesse an der alten Kunst, die seine Karriere definieren würde.
1755 veröffentlichte Winckelmann seine erste große Arbeit "Überlegungen zur Nachahmung griechischer Werke in Malerei und Skulptur". In diesem Werk argumentierte er, dass griechische Kunst der Höhepunkt der ästhetischen Leistung sei und dass Künstler die klassische Welt nach Inspiration schauen sollten. Seine Ideen hatten einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der neoklassischen Kunst, die die Ideale des alten Griechenlands und Roms nachahmten.
1758 wurde Winckelmann in Rom für Bibliothekarin für Kardinal Albani ernannt, wo er Zugang zur reichhaltigen Sammlung klassischer Kunst der Stadt hatte. Er widmete sich dem Studium der alten Kunst und Architektur und veröffentlichte 1764 sein berühmtestes Werk "Geschichte der alten Kunst". Dieses Buch gilt als Meilenstein in der Geschichte der Kunstkritik und wird heute noch untersucht. Darin verfolgte Winckelmann die Entwicklung der alten Kunst von ihrer Herkunft in Ägypten und Mesopotamien bis zur klassischen Zeit in Griechenland und Rom.
Winckelmanns Werk hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf die Kunstwelt, und seine Vorstellungen über die Bedeutung der klassischen Kunst und ihren Einfluss auf die zeitgenössische Kunst wurden weithin akzeptiert. Es wird ihm auch zugeschrieben, dass er dazu beiträgt, die Disziplin der Kunstgeschichte als ein ausgeprägtes Studienfeld zu etablieren.
Leider wurde Winckelmanns Leben 1768 abgebrochen, als er in Triest, Italien, auf dem Weg zurück nach Rom ermordet wurde. Die Motive für seinen Mord sind unklar, aber einige glauben, dass sie mit einem Streit über das Eigentum einiger alter Artefakte zusammenhängt, die er erworben hatte.