Johannes Müller, auch als Regiomontanus bekannt, war im 15. Jahrhundert in Deutschland ein angesehener Mathematiker, Astronom und Astrologe. Er wurde am 6. Juni 1436 in Königsberg, Bayern, geboren, das derzeit als Cheb, Tschechische Republik bekannt ist.
Müller erhielt seine erste Ausbildung von seinem wohlhabenden Händlervater, gefolgt von der Universität Leipzig und der Universität Wien. Während seiner Zeit studierte er Mathematik, Astronomie und Astrologie in beiden Institutionen. Seine Talente in Mathematik und Astronomie wurden vom berühmten Astronom und Mathematiker Georg von Peuerbach schnell bemerkt, der ihn einlud, unter seiner Anleitung zu studieren.
Müller und Peuerbach arbeiteten an mehreren Projekten zusammen, einschließlich der Erstellung neuer astronomischer Tabellen, die 1459 unter dem Titel "Tabulae Directionum et profektionum" veröffentlicht wurden. Nach Peuerbachs Tod im Jahr 1461 setzte Müller die Arbeiten fort und schloss die Tabellen ab, die später als "Ephemerides" oder "Regiomontanus-Tische" bekannt wurden.
Müllers mathematische und astronomische Beiträge waren erheblich. Er führte zahlreiche Verbesserungen der bestehenden astronomischen Tabellen vor, die zur Vorhersage der Positionen von Planeten und Sternen verwendet wurden. Darüber hinaus entwickelte und baute er verschiedene astronomische Instrumente, darunter ein tragbarer äquatorialer Sonnenuhr, eine Mondvolvelle und ein Quadrant.
Müller war ein versierter Schriftsteller, und zu seinen Veröffentlichungen gehören "de triangulis omnimodis", eine Abhandlung über die Trigonometrie und "de libris revolutionum copernici narratio prima", einen Bericht über das kopernikanische System. Er interessierte sich auch für Astrologie, und sein Buch "de Judiciis astrologicis" untersuchte die praktischen Anwendungen der Astrologie.
1467 zog Müller nach Nürnberg, wo er ein Observatorium gründete und seine Arbeit in Astronomie und Mathematik fortsetzte. Er wurde 1471 zum Mathematiker des ungarischen Königs Matthias Corvinus ernannt, kehrte aber 1475 nach Nürnberg zurück. Er starb am 6. Juli 1476 im Alter von 40 Jahren.
Müllers Beiträge zu Astronomie und Mathematik waren bemerkenswert, und seine Arbeit beeinflusste viele der großen Astronomen und Mathematiker des 16. und 17. Jahrhunderts, darunter Tycho Brahe, Johannes Kepler und Galileo.