Johann von Dalberg war im späten 15. Jahrhundert eine prominente Figur, die in die prestigeträchtige Familie von Dalberg hineingeboren wurde. Er war der zweite Sohn von elf Kindern und studierte in Erfurt und Pavia und wurde ein führender Schirmherr des frühen deutschen Humanismus. Johann förderte aktiv humanistische Bemühungen am Wahlgericht und machte Heidelberg zu einem wichtigen Zentrum des frühen deutschen Humanismus. Er stellte auch eine umfangreiche Bibliothek zusammen, einschließlich Arbeiten in Griechisch und Hebräisch, die er Freunden zur Verfügung stellte.
Im Alter von 27 Jahren wurde Johann zum Kanzler der Wahlpalatination ernannt und wurde später 1482 der Bischof der Würmer. Er war das erste Mitglied seiner Familie, das sich zum Rang eines kaiserlichen Prinzen stellte. Johann unterstützte die Reformen der Abbess Margaretha von Venningen in Rosenthal Abbey nachdrücklich und beauftragte den Priester Jakob Stoll von Alsheim, einen Diözesanbesuch abzuhalten.
Johann war eine führende Figur im Humanistenkreis, die ihn umgeben, und tauschte Ideen mit anderen renommierten Gelehrten seiner Zeit aktiv aus, wie Conrad Celtis, Johannes Reuchlin und Adolph Occo. Mit Johanns Ermutigung und unter seiner Schirmherrschaft gründete Celtis 1491 die Sodalitas Litteraria Rhenana, die ihren Hauptsitz in Heidelberg hatte.
Johann von Dalberg starb 1503 unerwartet und wurde in der Kathedrale der Worms beigesetzt, aber seine Bestattungsfeierlichkeiten wurden durch den anhaltenden Streit zwischen der Stadt und dem Bischof überschattet.