Wolter von Plettenberg war ein deutscher Militärbefehlshaber, Großmeister des livonischen Ordens und später der erste lutherische Bischof der Stadt Marienwerder. Plettenberg wurde in Westfalia, Deutschland, geboren. Er war Mitglied einer Adelsfamilie und erhielt eine traditionelle Ausbildung, einschließlich militärischer Ausbildung.
1479 schloss sich Plettenberg dem Livlandn Orden, einer germanischen militärischen Ordnung, in der in der baltischen Region eingerichtet worden war, um sich gegen die russische Expansion zu verteidigen. Er erhob sich durch die Reihen und wurde 1494 Großmeister des Ordens. Unter seiner Führung erlangte der Orden eine bedeutende territoriale Kontrolle, einschließlich der Stadt Riga im heutigen Lettland.
Während seiner Amtszeit war Plettenberg für seine militärische Fähigkeiten und seine kluge Diplomatie bekannt. Er verhandelte Allianzen mit benachbarten Mächten wie Polen und Schweden, um der wachsenden Bedrohung Russlands entgegenzuwirken. Er beaufsichtigte auch den Bau mehrerer Befestigungen, darunter das berühmte Tarvastu-Schloss in Estland.
Plettenbergs Führung war jedoch nicht ohne Kontroverse. Er wurde beschuldigt, mit der örtlichen estnischen Bevölkerung zu nachsichtig zu sein und nicht aggressiv genug zu sein, um die Territorien des Ordens zu verteidigen. Dies führte zu internen Konflikten innerhalb der Ordnung und trug schließlich zu seinem Niedergang bei.
1525 konvertierte Plettenberg in den Lutheranismus und wurde anschließend zum ersten lutherischen Bischof von Marienwerder ernannt. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Ausbreitung der Reformation in Preußen und setzte sich für die Gründung lutherischer Schulen und Kirchen ein. Trotz seiner Bekehrung blieb Plettenberg sowohl von Katholiken als auch von Lutheranern für seine militärischen Leistungen und diplomatischen Fähigkeiten respektiert.
Plettenberg starb 1535 und wurde in der Marienwerder-Kathedrale beigesetzt. Sein Vermächtnis als Militärführer und Staatsmann werden in Deutschland und den baltischen Staaten weiterhin in Erinnerung bleiben.