Otto von Bismarck war ein preußischer Staatsmann und Politiker, der weithin als Gründer des deutschen Reiches angesehen wird. Bismarck wurde am 1. April 1815 in Schönhausen, einer kleinen Stadt in der preußischen Provinz Sachsen, geboren. Er war der Sohn eines wohlhabenden Landbesitzers und gehörte einer Familie von aristokratischen Landbesitzern, die seit langem wichtige Positionen in der preußischen Regierung innehatten.
Bismarck erhielt eine gründliche Ausbildung in Recht und Politik und stieg schnell durch die Reihen der preußischen Regierung. 1862 wurde er von König Wilhelm I zum Premierminister von Preußen ernannt und machte sich daran, eine Reihe umfassender Reformen umzusetzen, die das Land verändern und die Grundlagen für das deutsche Reich legen würden.
Bismarck war ein Meister von Realpolitik, einer politischen Philosophie, die praktische Überlegungen vor moralischen oder ideologischen Bedenken priorisiert. Er glaubte, dass der Schlüssel zur preußischen Dominanz in der Vereinigung der deutschen Staaten lag, und er arbeitete unermüdlich daran, dieses Ziel zu erreichen.
1864 entwickelte Bismarck einen Krieg mit Dänemark, der zum Erwerb der Provinzen von Schleswig und Holstein führte. Zwei Jahre später provozierte er einen Krieg mit Österreich, der zu einem durchschlagenden preußischen Sieg und der Annexion mehrerer zusätzlicher Gebiete führte.
Bismarcks krönende Leistung kam jedoch 1871, als er die deutschen Staaten erfolgreich zu einer einzigen Nation verwandelte. Das neue deutsche Reich wurde von Wilhelm I regiert, wobei Bismarck als erster Kanzler fungierte.
Bismarcks Vermächtnis als Staatsmann ist komplex und umstritten. Während er weithin als Genie in der Kunst des Realpolitik angesehen wird, waren seine Methoden oft rücksichtslos und seine Politik waren umstritten. Trotzdem kann seine Auswirkungen auf die deutsche Geschichte nicht überbewertet werden, und sein Einfluss kann heute noch zu spüren sein.