Ernst Mayer, ein bedeutender deutscher Bildhauer des 19. Jahrhunderts, hatte das Privileg, während seiner Lehrzeit im Jahr 1810 bei dem berühmten Bildhauer Antonio Cavaliere zu lernen. In dieser Zeit lernte er verschiedene Aspekte der Bildhauerei, des Metallgusses und der Ornamentik kennen. Nach Abschluss seiner Ausbildung 1813 setzte Mayer seine künstlerische Tätigkeit unter Isopi an der Kunstschule in Ludwigsburg fort und sammelte Erfahrungen als Modellbauer in einer Eisengießerei.
Im Jahr 1818 wurde der zweiundzwanzigjährige Mayer in Begleitung seines Lehrers Isopi von Leo von Klenze nach München eingeladen. Er wird Teil von Klenzes Werkstatt und schreibt sich gleichzeitig an der Akademie der Bildenden Künste in München ein. In den folgenden Jahren arbeitet Mayer zunächst gemeinsam mit Isopi und später selbständig an der Restaurierung antiker Kunstwerke für die Glyptothek. Vor allem war Mayer an der Schaffung bedeutender Marmorreliefs für die Walhalla beteiligt. Nach Entwürfen von Johann Martin von Wagner schuf er die eindrucksvolle "Aurora" und den fesselnden "Beginn des Germanenauszuges aus dem Kaukasus". Außerdem fertigte er für die Walhalla eine Büste des Mainzer Kurfürsten und Erzkanzlers Berthold von Henneberg an.