Franz Woltreck, geboren 1800 in Zerbst, war ein bedeutender deutscher Bildhauer. Schon als Kind, inspiriert von den turbulenten Ereignissen des Jahres 1813, schnitzte er Figuren von Soldaten und Reitern, die er mit farbigem Papier überzog. Woltreck ging bei einem Metallarbeiter in die Lehre und lernte dort die Herstellung von Gefäßen und Ornamenten aus Gold, Silber und Messing. Diese Erfahrung bestärkte ihn in seinem Entschluss, in Wien Zeichnen und Modellieren zu studieren.
Nach Abschluss seiner Lehre reiste Woltreck nach Wien. Er kam jedoch nur bis Kassel, wo er bei Werner Henschel vorsprach und anschließend dessen Schüler wurde. 1823 erhielt er an der Akademie in Kassel eine Silbermedaille und wurde ab 1824 von Leopold der Vierte Friedrich von Anhalt gefördert.
Im Oktober 1824 zog Woltreck nach Paris, wo er als Stuckateur arbeitete und bei Eustache-Hyacinthe Langlois Zeichenunterricht nahm. André Dutertre stellte ihn Pierre Jean David d'Angers vor, der ihn im Modellieren unterrichtete. Woltreck erkrankte 1829 in Paris und kehrte im folgenden Jahr nach Deutschland zurück.
Im Laufe seiner Karriere knüpfte Woltreck Kontakte zu vielen bedeutenden Persönlichkeiten, darunter Bertel Thorvaldsen. 1836 und 1837 hielt er sich in München auf, wo er zwei Büsten für die Walhalla und zahlreiche Porträtmedaillons schuf.
Im April 1839 war Woltreck wieder in München, wo er eine weitere Büste für die Walhalla anfertigte, bevor er nach Paris zurückkehrte. Dort schuf er eine lebensgroße Büste von Samuel Hahnemann. Im Sommer 1840 reiste er nach Carrara und verbrachte die folgenden Jahre abwechselnd in Rom und Carrara.
Woltreck hatte den Wunsch, eine Sammlung von Bronzeporträts seiner berühmten Zeitgenossen zusammenzustellen, die im Bibliothekspavillon auf dem Eisenhart-Podest im Wörlitzer Park ausgestellt werden sollte. Die meisten dieser Porträts wurden jedoch nur in Gips ausgeführt und gelangten, nachdem sie zunächst im Schloss Kühnau bei Dessau aufbewahrt worden waren, schließlich in das Staatliche Museum Zerbst. Die Staatliche Münzsammlung München erwarb 17 Bronzegüsse der von ihm 1837 entworfenen Medaillons.