Theodor Georgii war ein deutscher Bildhauer, der am 30. Dezember 1883 in Würzburg geboren wurde. Er wuchs in einer Künstlerfamilie auf und war der Sohn des Malers und Kunstprofessors Friedrich Georgii. Georgiis Vater erkannte das Talent seines Sohnes in jungen Jahren und ermutigte ihn, Kunst zu verfolgen.
Georgii begann seine künstlerische Ausbildung im Jahr 1902 an der Akademie der Bildenden Künste in München, wo er unter dem Bildhauer Adolf von Hildebrand studierte. Während seines Studiums interessierte sich Georgii für die Kunst des alten Griechenlands und Roms und begann, klassische Motive in seine Arbeit aufzunehmen. 1906 gewann Georgii den Rome-Preis, der es ihm ermöglichte, nach Rom zu reisen und die klassische Skulptur zu studieren.
Nach seiner Rückkehr aus Rom etablierte sich Georgii als erfolgreicher Bildhauer. Er schuf zahlreiche Werke für öffentliche Räume, darunter Denkmäler, Brunnen und Skulpturen für Gebäude. Eines seiner bemerkenswertesten Werke ist die Statue der Madonna und des Kindes in der Westfassade des Ulm Minster.
Während des Ersten Weltkriegs diente Georgii in der deutschen Armee und wurde in Aktion verwundet. Nach dem Krieg arbeitete er weiter als Bildhauer und begann auch an der Akademie der Scheinen in München zu unterrichten.
1933 kam die NS-Partei in Deutschland an die Macht, und Georgiis Arbeit wurde vom Regime als entartet eingestuft. Er musste seine Lehrposition aufgeben und konnte seine Arbeit nicht mehr öffentlich ausstellen. Trotzdem arbeitete Georgii weiter in seinem Atelier und schuf im Geheimen Skulpturen und andere Werke.
Nach dem Krieg nahm Georgii seine Lehrposition an der Akademie der Bildenden Künste in München wieder auf und schuf bis zu seinem Tod im Jahr 1963 weiter Skulpturen. Heute wird seine Arbeit als wichtiger Beitrag zur Kunst des 20. Jahrhunderts anerkannt.