Christian Friedrich Tieck, geboren 1776 in Berlin, war eine bedeutende Persönlichkeit der Berliner Bildhauerschule des 19. Jahrhunderts. Sein umfangreiches Werk, das sich nicht nur auf Berlin beschränkte, umfasste zahlreiche Porträtskulpturen. Er wirkte maßgeblich an den Entwürfen mehrerer Gebäude des neoklassizistischen Architekten Karl Friedrich Schinkel mit, insbesondere am Königlichen Theater am Gendarmenmarkt, dem heutigen Konzerthaus Berlin.
Bereits 1807 plante Ludwig der Erste von Bayern, damals Kronprinz, den Bau der Walhalla. Tieck schuf 23 der Eröffnungsporträts, die meisten davon in den Jahren 1812 und 1813, einige noch 1832 und ein einzelnes im Jahr 1835.
Über Tiecks Privatleben ist wenig bekannt. Seine späte Heirat, die teils tragisch, teils skandalös war, ließ vermuten, dass er damit seine beträchtlichen Schulden begleichen wollte. Als seine Schwiegereltern jedoch davon erfuhren, stellten sie umgehend alle Zahlungen an seine junge Frau ein.
Im Gegensatz zu seinem Freund und Walhalla-Kollegen Christian Rauch erhielt Tieck nach seiner Arbeit in Walhalla nur wenige bedeutende Aufträge vom Königshof. Er starb am 12. Mai 1851, einsam und entmutigt.